Mannheimer Ethik Symposium – ein kurzes Resümee

Wo anfangen und wo aufhören, um der Veranstaltung gerecht zu werden? Das Mannheimer Ethik Symposium war gut besucht, für eine Veranstaltung dieser Art. Die erste Frage, die sich mir stellte, als ich das Programm las, war: wie geht es sich von der Zeit aus, soviele Referenten an einem Tag unterzubringen und dann auch noch Platz für Diskussionen zu haben?
Wie sich herausstellte, war meine Frage berechtigt, denn es gab Verspätungen, Überziehungen und kaum Platz für einen Diskurs. 2 bis 3 Fragen nach jedem Referat waren das Maximum, das beantwortet werden konnte. Dementsprechend enttäuschend war auch das Ergebnis dieses Symposiums. Weniger wäre mehr gewesen. Das Thema Ethik stand logischerweise im Vordergrund und Glück wurde sehr häufig auch aus einem religiösen Blickwinkel beleuchtet. Die Postmoderne hat bei dieser Veranstaltung keinen Vertreter gefunden. Vielmehr blieb das ganze Thema im aristotelischen Glücksbegriff stecken und nur der juristische Part war logischerweise vom Utilitarismus angelsächsischer Prägung getragen.
Als Resümee lässt sich festhalten: etwas mehr Diskussion und vor allem einen breiteren Diskurs der unterschiedlichen Glückskonzepte, von esoterisch geprägten bis zu wissenschaftlich fundierten, wäre schön gewesen. Betrachtungen seitens der Psychologie über die Philosophie zur Linguistik und Kulturanthropologie habe ich erwartet. Allerdings wurden die Erwartungen nicht erfüllt. Der Begriff Glück ist anscheinend so umfassend, dass er schwer während eines eintägigen Symposiums in all seiner Vielfalt und oft auch Einfalt beleuchtet werden kann.

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